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Dokumentenregister, Metadaten und Klassifikation

Facility Management: TGA » Leistungen » Digitale Systeme » Dokumentenregister, Metadaten und Klassifikation

Dateinamen allein reichen für große technische Dokumentenbestände nicht aus

Ein kleiner Technikraum lässt sich möglicherweise noch mit einer übersichtlichen Ordnerstruktur dokumentieren. Bei großen Liegenschaften entstehen jedoch zehntausende technische Dateien über zahlreiche Gebäude, Gewerke, Anlagen und Jahre.

Die vorhandene TGA-Dokumentationsplattform fordert bereits strukturierte Dateibenennung, Metadaten, Versionslogik und digitale Integration. Die mobile App-Seite nennt Ordnungsrahmen, Dateinamen und Metadaten ausdrücklich als Voraussetzung guter digitaler Dokumentation.

Ein Dokumentenregister macht diese Informationen unabhängig vom eigentlichen Dateinamen auswertbar.

Dokumentenregister, Metadaten und Klassifikation für die TGA: Strukturierte und nachvollziehbare Dokumentation

Jede Information als kontrolliertes Objekt führen

Ein Dokumentenregister kann für jede relevante Unterlage beispielsweise enthalten:

eindeutige Dokument-ID, Dokumentklasse, Anlagenbezug, Gebäude, Raum, Gewerk, Ersteller, Datum, Revisionsstand, Freigabestatus und Dateipfad.

Damit kann ein Nutzer Dokumente nach fachlichen Kriterien finden, selbst wenn er den genauen Dateinamen nicht kennt.

Dokument und Anlage miteinander verbinden

Der wichtigste Unterschied zu einer gewöhnlichen Dateiablage besteht in der Objektbeziehung.

Ein Prüfbericht gehört beispielsweise zu:

Anlage KAE-01 → Standort Hamburg → Gebäude 4 → Kältezentrale.

Diese Beziehung ermöglicht später den Zugriff aus dem CAFM oder über einen QR-Code an der Anlage.

Dokumentenklassen vereinheitlichen

Die Klassifikation sollte verhindern, dass dieselbe Unterlage je nach Projekt als „Plan“, „Zeichnung“, „Schema“ oder „technische Unterlage“ eingeordnet wird.

IEC 81355-1:2024 liefert aktuelle Grundprinzipien für Klassifikation und Bezeichnung von Informationen in industriellen Systemen und Produkten.

Für ein FM-System kann daraus ein pragmatischer, unternehmensspezifischer Dokumentenklassenkatalog abgeleitet werden.

Metadaten nur nach tatsächlichem Nutzen auswählen

Mehr Metadaten bedeuten nicht automatisch bessere Dokumentation.

Jedes Feld erzeugt Pflegebedarf.

Vor Einführung sollte gefragt werden:

Welcher Prozess nutzt diese Information?

Beispielsweise ist der Anlagenbezug für Wartung sehr wertvoll. Die ursprüngliche Dateigröße als manuell gepflegtes Attribut wäre dagegen meist entbehrlich, weil das System sie selbst kennt.

Freigabestatus getrennt vom Revisionsstand führen

Ein Dokument kann Version 4 besitzen und trotzdem noch ungeprüft sein.

Deshalb sollten mindestens unterschieden werden:

Version/Revisionsindex und Informationsstatus.

Mögliche Status sind Arbeitsstand, zur Prüfung, freigegeben und archiviert.

ISO 19650-1 beschreibt Versionierung, Aufzeichnung und Organisation von Informationen ausdrücklich als Bestandteile eines strukturierten Informationsmanagements.

Mehrfachablagen vermeiden

Ein Dokument sollte möglichst eine führende Quelle besitzen.

Links aus CAFM, BIM oder mobilen Anwendungen verweisen auf diesen freigegebenen Bestand, statt jeweils eigene Kopien zu erzeugen.

Sonst entstehen schnell mehrere Versionen desselben Schemas.

Automatische Qualitätsprüfungen ermöglichen

Strukturierte Metadaten erlauben Abfragen wie:

Welche kritischen Anlagen besitzen keine aktuelle Betriebsanleitung?

Welche Dokumente befinden sich seit mehr als 30 Tagen im Prüfstatus?

Welche Revisionspläne wurden nach einem Umbau nicht aktualisiert?

Damit wird Dokumentenqualität datenbasiert steuerbar.

Vom Ordnerbaum zum Informationsmodell

Die zentrale Frage lautet nicht:

„In welchem Ordner liegt das Dokument?“

Sondern:

„Zu welchem technischen Objekt gehört diese Information, welcher Dokumententyp ist sie und welcher freigegebene Stand gilt aktuell?“

Ein Dokumentenregister schafft damit die Grundlage für CAFM, DMS, mobile Nutzung, Auditierung und automatisierte Qualitätskontrolle.