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Langzeitarchivierung und Formatmigration

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Langzeitarchivierung und Formatmigration für TGA-Dokumentation: Daten sicher und langfristig erhalten

Archivierung und Betriebsablage unterscheiden

Die Betriebsablage enthält den aktuell gültigen Informationsstand.

Beide Zwecke sollten nicht vermischt werden.

Der Techniker im täglichen Betrieb benötigt primär den aktuellen freigegebenen Stand. Das Archiv dient Historie und Nachweis.

Das Archiv erhält zusätzlich frühere Stände, beispielsweise aus:

  • Umbau,

  • Anlagenersatz,

  • früheren Planungsphasen,

  • abgeschlossenen Projekten.

Offene und neutrale Formate sinnvoll ergänzen

Für langfristige Lesbarkeit können neben nativen Bearbeitungsformaten auch dokumentorientierte beziehungsweise offene Austauschformate sinnvoll sein.

Beispielsweise kann ein Plan sowohl als bearbeitbare CAD-Datei als auch als PDF/A bereitgestellt werden. Bei BIM können offene Austauschformate wie IFC ergänzend relevant sein.

Die bestehende CAD-Seite verfolgt bereits genau diese Mehrformatstrategie für betriebliche Weiterverwendung.

Das Ziel lautet nicht, Originalformate zu ersetzen, sondern ihre langfristige Nutzbarkeit abzusichern.

Formatobsoleszenz regelmäßig beobachten

Ein Dokumentenbestand sollte periodisch darauf geprüft werden:

Kann das Format noch geöffnet werden? Ist notwendige Software vorhanden? Wird es vom Hersteller weiter unterstützt? Existiert ein geeignetes Zielformat für Migration?

Damit werden Probleme erkannt, bevor eine alte Datei dringend benötigt wird.

Migration kontrolliert durchführen

Eine Formatmigration ist selbst eine Dokumentationsänderung.

Das Original wird nicht ungeprüft gelöscht.

Deshalb sollte nachvollziehbar sein:

  • Ursprungsformat,

  • Zielversion,

  • Migrationsdatum,

  • verwendetes Werkzeug,

  • Prüfergebnis.

Inhaltliche Integrität prüfen

Eine Datei, die technisch geöffnet werden kann, muss nach Migration nicht automatisch vollständig richtig sein.

Für wichtige Dokumente sind daher geeignete Stichproben beziehungsweise Validierungsregeln notwendig.

Bei CAD oder BIM können beispielsweise verloren gehen:

  • Schriften,

  • Layer,

  • Verknüpfungen,

  • Attribute,

  • externe Referenzen.

Digitale Signaturen und Nachweise berücksichtigen

Bei Dokumenten mit besonderer Nachweisfunktion kann eine Migration Auswirkungen auf Signaturen, Prüfbarkeit oder Originalcharakter haben.

Solche Unterlagen benötigen ein mit IT, Dokumentenmanagement und gegebenenfalls Rechts-/Compliancefunktionen abgestimmtes Archivierungskonzept.

Engineeringumgebungen ebenfalls betrachten

Bei proprietären Anlagensteuerungen kann nicht nur die Datei, sondern auch die zum Öffnen notwendige Softwareversion relevant sein.

In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, alte Engineeringumgebungen, virtuelle Maschinen oder Installationsmedien kontrolliert vorzuhalten.

Aufbewahrungsdauer nach Dokumentzweck bestimmen

Nicht sämtliche technische Dateien müssen für die gesamte Gebäudelebensdauer erhalten bleiben.

Die Organisation sollte unterscheiden zwischen:

aktiver Betriebsinformation, historischen Anlagenständen, Prüf-/Nachweisdokumenten und entbehrlichen Arbeitsständen.

Langfristige Informationsverfügbarkeit bewusst planen

Die zentrale Frage lautet:

Werden die technischen Informationen, die wir heute digital archivieren, in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren noch lesbar, interpretierbar und ihrem ursprünglichen technischen Objekt eindeutig zuordenbar sein?

Damit wird digitale Archivierung nicht als Speicherplatzproblem, sondern als langfristige Sicherung technischen Unternehmenswissens verstanden.